Die einfachste Vorstellung unterschied nur Obrigkeit und Untertanen. Dabei konnte dieselbe Person in ihren Beziehungen zu verschiedenen Mitgliedern der ständischen Gesellschaft gleichzeitig Obrigkeit und Untertan sein. Der Adlige war zum Beispiel Herr über die Bauern seiner Grundherrschaft und ebenso Untertan des Königs.
 
Verbreitet war die Drei-Stände-Ordnung, wie sie insbesondere für Frankreich charakteristisch war:
 
Der 1. Stand umfasste die Gruppe aller Geistlichen, das heißt Angehörige der hohen Geistlichkeit wie des niederen Klerus.
(je nach Zeitalter kehrt sich die Reihenfolge des ersten und zweiten Standes um)
Im 2. Stand wurde der Adel zusammengefasst.
Auch hier spielte es keine Rolle, ob man aus einer höheren Adelsschicht oder aus einer niederen kam und etwa dem oft verarmten Landadel angehörte.
Der 3. Stand umfasste nominell alle freien Bauern und Bürger, also auch Handwerker
 
 
Eine weitergehende Untergliederung der drei Hauptstände war in fast allen europäischen Ländern üblich. Die Position des Einzelnen hing dabei von verschiedenen Faktoren ab: 
 
der Art des Broterwerbs also Berufsstand, Bauernstand,
der Position in einem Familienverband also Ehestand, Hausvater, Knecht, Hausgenosse
den Rechten, die der Einzelne in der städtischen Kommune also ratsfähige Bürger, Bürger, Einwohner oder der ländlichen Gemeinde hatte, Erbrichter, bäuerliches Gemeindemitglied, Häusler.
 
An der Spitze der Ständepyramide standen der König oder Kaiser bzw. bei den Geistlichen die Bischöfe und der Papst. Diese "Herren" verfügten über alle weltliche Macht, und sie verliehen als Lehnsherr das Land an die Herzöge, Fürsten und adeligen Ritter. Sie mussten sich dafür mit dem Lehnseid zur Treue gegenüber dem König verpflichten. Zu ihren Pflichten gehörte es zum Beispiel, den König in Kriegszeiten mit Soldaten zu unterstützen. Diese Adeligen wiederum aber vergaben auch Lehen an andere Adelige, die einen niedrigeren Rang hatten. Sie machten diese Ritter damit zu ihren Lehnsmännern, damit sie im Falle eines Krieges mit ihren Kämpfern, Pferden und Waffen zur Verfügung standen.
 
Das ständische System galt den Menschen des Mittelalters und der frühen Neuzeit als feste, von Gott gegebene Ordnung, in der jeder seinen unveränderlichen Platz hatte. Für den Adel und den dritten Stand galt, dass jeder in seinen Stand hineingeboren wurde. Ein Aufstieg war in der Regel nicht möglich. Verdienst oder Reichtum hatten nur wenig Einfluss darauf, welchem Stand man angehörte. So konnte etwa ein Bürger, der als Kaufmann zu viel Geld gekommen war, wesentlich vermögender sein als ein armer Adliger. Das ständische System ist ein statisches Gesellschaftsmodell. Nicht von ungefähr haben statisch und status, das lateinische Wort für Stand, die selbe etymologische Herkunft. In der mittelalterlichen Theorie waren den drei Hauptständen bestimmte Aufgaben zugewiesen. Der erste Stand hatte für das Seelenheil zu sorgen, der zweite Stand sollte Klerus und Volk gegen Feinde verteidigen, Aufgabe des dritten Standes war die Arbeit. Entsprechend der Stellung in der Gesellschaft hatte man sich einer standesgemäßen Lebensweise zu befleißigen. Dazu gehörte zum Beispiel auch, dass jeder Stand bestimmten Kleidungsvorschriften unterworfen war.
 
Die Bauern standen auf der untersten Stufe der Gesellschaftsordnung, und sie verrichteten die eigentliche schwere Arbeit. Sie erwirtschafteten alles, wovon die Menschen, die über ihnen auf der Pyramide standen, sich ein schönes bzw. besseres Leben machen konnten. Für ihre schwere Arbeit als die Leibeigenen der adeligen Ritter blieb den Bauern selbst nur sehr wenig zum Leben übrig.
 
Von der Ständeeinteilung waren folgende Personengruppen ausgeschlossen und daher mit noch geringeren Rechten ausgestattet: Fremde, Personen anderer Konfessionen , unehelich Geborene, die ,,unbehauste" ländliche und städtische Unterschicht, wie Knechte, Dienstboten und Bettler, sowie Personen die einem ,,unehrlichen" Gewerbe nachgingen, wie Henker, Abdecker und Prostituierte.
 
 
Rangfolge der Stände/Titel (weltlich und kirchlich):
 
Im kirchlichen Bereich ist leider nicht wirklich eine eindeutige Rangfolge der Titel anzugeben, da hier je nach Zeitalter starke Unterschiede festzustellen sind. Aber auch bei den weltlichen Titeln ist je nach Periode immer wieder ein Wandel der Position zum Kaiser aufzufinden. Die hier aufgeführte Tabelle stellt eine größtmögliche Annäherung dar, wobei auch versucht wurde die jeweiligen Rängen in etwa gegenüber zu stellen.
 
weltlich
weltgeistlich
ordensgeistlich
Ritterorden
Kaiser (Zar)
Kaiserin (Zarin)
Papst
 
 
König
Königin
Kardinal
 
 
Pfalzgraf
Pfalzgräfin
Erzbischof
Nunitus
 
 
Erzherzog
Erzherzogin
Bischof
 
Großmeister
Hochmeister
Kurfürst
Kurfürstin
Truchsess
Hausmeier
Weihbischof
 
Landmeister
Komtur
Großherzog
Großherzogin
Chorherren
Chorfrauen
Abt
Äbtissin
Seneschall
Kanzler
Baili (Deutschmeister)
Landgraf
Landgräfin
Propst
Reichsabt
Groß-Prior
Großmarschall
Markgraf
Markgräfin
Dekan
 
Landkomtur
Großkomtur
Marschall
Großfürst
Großfürstin
Archipresbyter
 
 
Herzog
Herzogin
Priester
Prior
 
Reichsfürst
Reichsfürstin
Pfarrer
Pater
 
Fürst
Fürstin
Kapellan
 
 
Burggraf
Burggräfin
Burgvogt
Archicapellanus
 
 
Graf
Gräfin
     
Freiherr
Freifrau
Lehensherr
Gutsherr
Leibherr
Pfaffe
Frater
Nonne
 
Baron
Baronin (Baronesse)
Archidiakon
   
Ritter
Dame
Herold
Diakon
 
Ordensbruder 
Junker
Junkfrau
Küster
Mendikant
 
Edler
Edle
Knappen
Ministrant
   
untitulierter Adel
Goliarden
 
Sarjantbruder
Graumäntler
Patrizier
Scholaren
   
bürgerliche Mittelschicht
(wohlhabende Handwerker, Kaufleute)
Magister
   
Handwerkslehrlinge
Gesellen
Handwerker
Bauern
Doktor
 
Novize
Lohnarbeiter
Kanoniker
   
Randgruppen
     
Vogelfreie
     
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