Eines sei vor allem anderen weg erwähnt ... mit besonderem Gruß an Katrin vom Sneggenwalt der Hopsa Viva Insgemein .... zu "Schnecken" als Haus- oder Jagdtiere haben wir bisher nichts historisch erwähntes gefunden. *lg*

 

Tierrassen

Pferde -> siehe eigenen Navigationspunkt

 

Esel

Esel wurden von den Römern nach Mitteleuropa gebracht und wurden vorwiegend in Mühlen und Bergwerken zu Arbeitszwecken gebraucht. Sie können in mittelalterlichen Funden nur in sehr geringer Zahl nachgewiesen werden. Eine Abbildung eines Grauesels findet sich beispielsweise im Codex Manesse als Reittier und Lasttier des als Krämer verkleideten Dietmar von Ast. Den Poitou Esel gibt es nach schriftlichen Überlieferungen schon seit dem 10. Jahrhundert. Auch Mulis und Maultiere, Kreuzungsprodukte aus Pferd und Esel, waren im Mittelalter bekannt, jedoch anscheinend wenig verbreitet. Die Unterscheidung von Pferdeknochen und Eselsknochen respektive deren Kreuzungsprodukten ist sehr schwierig und wird häufig nur aufgrund von Größenunterschieden als "Verdachtsdiagnose" vorgenommen.

 

Rind

Rinder wurden zunächst vor 8500 Jahren auf der Balkanhalbinsel domestiziert und später, vor etwa 6500 Jahren, auch in Mitteleuropa. Büffel wurden vor etwa 5000 Jahren domestiziert, in Europa kommen sie seit dem 6. Jahrhundert vor. Bis zum Mittelalter fand eine erhebliche Größenreduktion der Rinder statt, so dass sich in dieser Zeit ein sehr kleinwüchsiger, schlanker Rindertypus findet, 100 bis 120 cm Widerristhöhe, circa 100 bis 200 kg. Dies mag entweder auf eine gezielte Selektion kleiner Rinder zurückzuführen sein, die leichter zu handhaben waren, oder lag an einer Überbetonung der Viehzahl gegenüber der Viehqualität, den nur kleinen Weideflächen und ungenügender Futtermenge im Winter bzw. einer Intensivierung des Ackerbaus auf Kosten der Viehzucht. So haben sich wahrscheinlich in Abhängigkeit von den natürlichen Futterbedingungen und Haltungsbedingungen Landrassen herausgebildet, die sich in Größe und Wuchsform voneinander unterschieden. In Norddeutschland kamen hauptsächlich kurzhornige Landrinder vor, in der Schweiz, Österreich und Süddeutschland existierten unter dem Einfluss der römischen Kultur auch langhornige, etwas größere Hausrinder. Es kamen "inselartig" recht große Rinder vor, zum Beispiel in einigen Gegenden Hessens und der Schweiz, wo die Tiere die Größe der heutigen Rinder erreichten, dabei handelte es sich um sehr reiche Siedlungen, so dass ein Zusammenhang zum Futterangebot bestehen könnte. Bis zum 17. Jahrhundert finden sich neben den domestizierten Rindern auch noch "größere!" Wildformen.

Während des Mittelalters stand in der Rinderhaltung besonders die Fleischnutzung im Vordergrund, Schlachtalter zwischen 3 und 5 Jahren, die Tiere wurden aber auch als Arbeitstiere, hauptsächlich Ochsen, und in geringem Maße auch zur Milchgewinnung genutzt. Das Rind ist in Mitteleuropa seit eh und je wichtigstes landwirtschaftliches Nutztier, was aus dem hohen Anteil an Rinderknochen in mittelalterlichen Grabungen hervorgeht. Es erbringt etwa die fünffache Fleischmenge pro Schlachtkörper im Vergleich zum Schwein. Zusätzlich hat es seine Bedeutung als Düngerlieferant in der im Mittelalter stark betonten Felderwirtschaft. Haut, Knochen und Horn waren zudem Ausgangsmaterial zur Herstellung diverser Gebrauchsgegenstände.

 

Mittelalterliche "Rinderrassen", Landschläge:

Knochenfunde aus dem 3. Jahrtausend vor Christus belegen bereits die Existenz einer Rasse, die dem heutigen English Longhorn ähnelt. Beinahe ebenso alt scheinen die Vorfahren des Fjäll Rindes und des Angler Rindes zu sein. Das Chianina Rind geht auf alte etruskische Rinder zurück, deren Stammtiere im 8. Jahrhundert vor Christus aus Kleinasien importiert wurden. In seinem Ursprung ist das heutige Frankenvieh "Gelbvieh" auf einen roten bis rotbraun gefärbten keltischgermanischen Landschlag zurückzuführen. Das Waldviertler Blondvieh geht auf alte keltische Rinderschläge zurück, ebenso die schottischen Highlander, die Galloways und die französischen Salers. Auch die Welsh Black sind keltischen Ursprungs, sie sollen seit dem 7. Jahrhundert die britische Insel besiedeln.

Schon in der Antike waren die hervorragenden schwarzbunten Rinder der nordeuropäischen Küstenregionen berühmt und geschätzt wegen ihres Milchreichtumes. Das Grauvieh ist bereits seit der Römerzeit für seinen Milchreichtum bekannt. Die Eringer, Blonde d'Aquitaine und Charolais sollen ebenfalls mit den Römern in ihre heutiges Verbreitungsgebiet gelangt sein. Das ungarische Steppenrind, Szilay, ist seit dem 9. Jahrhundert bekannt und war bis weit über Ungarn hinaus eine sehr geschätzte Fleischrasse. Das Normanner Rind soll im 9. und 10. Jahrhundert von den Wikingern nach Nordfrankreich gebracht worden sein. Herefords gehen auf alte britische Landschläge zurück. Die Simmentaler waren schon im Mittelalter als großwüchsige, gescheckte Rinder bekannt. Seit ältester Zeit muss man den mitteldeutschen Raum als Verbreitungsgebiet eines einfarbig roten Rindes ansehen. Häufig findet man es in älterer Literatur auch unter der Bezeichnung "Keltenvieh". Im Mittelalter gab es rote deutsche Landschläge, die in etwa dem heutigen Vogelsberger und Wittgensteiner Rind entsprachen. Das Braunvieh ist seit dem 14. Jahrhundert bekannt. Es geht auf das Torfrind der Alpenrandseen, vor 2000 Jahren, das vermutlich kleinste und älteste europäische Hausrind, zurück. Die schwarzen Kampfstiere, Toro de Lidia, werden seit ca. 500 Jahren gezüchtet, sie gehen aber auf keltische Landschläge zurück.

Im Codex Manesse wird Grauvieh, Rotvieh und Blondvieh abgebildet, zwei der Tiere sind hornlos. Interessanterweise finden sich auf Abbildungen aus Frankreich oder Italien, also Gegenden, in denen auch noch heute viele helle und weiße schwere Rinderrassen existieren, häufig weiße Zugochsen, während ansonsten meist Gelbvieh oder Rotvieh dargestellt ist.

 

Schwein

Das Schwein wurde in Mitteleuropa vor 6000 bis 6500 Jahren aus der Wildform domestiziert. Die Kelten und Germanen züchteten in Nordeuropa, Mitteleuropa und Westeuropa das große, großohrige und schlappohrige Landschwein, während die Slawen in Osteuropa und Südeuropa ein kleineres, kleinohriges bis mittelohriges Landschwein hielten. Die Schweine werden in ein Wäldchen getrieben, Eicheln von den Bäumen geschlagen. Im Mittelalter waren die Hausschweine erheblich kleiner als ihre Wildform, die Widerristhöhe lag etwa bei 65 bis 75 cm bei 40 bis 60 kg Lebendgewicht. Die Hausschweine waren kleinwüchsig, flachrippig und ohne bedeutenden Speckansatz. Wie aus mittelalterlichen Abbildungen hervorgeht, ähnelten die Hausschweine noch stark der Wildform, hochbeinige, schlanke, braun-graue Tiere mit deutlicher "Mähne".

Rückzüchtungsversuche zum Deutschen Weideschwein, einem dem mittelalterlichen Typus entsprechenden Schwein, scheinen erfolgsversprechend zu sein. Die Schlachtung der Schweine fand meist im ersten, seltener im zweiten Lebensjahr statt. Nur sehr selten werden Knochen von Tieren über vier Jahren gefunden. Es gibt Grabungen mit einem erhöhten Anteil älterer weiblicher Tiere, dies wird als ein Indiz für ein verstärktes Zuchtgeschehen gewertet. Das Schwein wird als Fleischlieferant gehalten, die gelegentlich erwähnte Nutzung zur Trüffelsuche, zum Stöbern und Karren ziehen ist eine Ausnahme.

Die mittelalterliche Schweinehaltung war extensiv und an das Vorhandensein von Eichenwäldern und Buchenwäldern gebunden. Rodungen im Zuge der mittelalterlichen Bevölkerungsexplosion engten die Haltungsmöglichkeiten ein, was sich in den betreffenden Gebieten an einem starken Rückgang des Schweineanteils in Grabungen nachweisen lässt. Im Hochmittelalter und Spätmittelalter wurden Schweine auch in den Städten als Einzeltiere gehalten, sie waren ein wichtiger Faktor bei der Müllbeseitigung. Im Spätmittelalter wurden sie dann allerdings aus hygienischen Gründen aus dem Stadtbild verbannt.

 

Kleine Wiederkäuer

Schafe und Ziegen sind die ältesten Wirtschaftstiere des Menschen, die Domestikation erfolgte etwa vor 10 bis 11.000 Jahren im vorderen Orient. In Grünlandgebieten hatte die Rinderhaltung Vorrang, in Regionen mit schlechteren Weideverhältnissen hielt man jedoch wegen deren Anspruchslosigkeit vermehrt Schafe und Ziegen.

Die Größe der Schafe und Ziegen entsprach im Mittelalter etwa der der mittelgroßen rezenten Landrassen, das quantitative Verhältnis der Haltung hatte sich zugunsten der Schafe verschoben. Ziegen wurden häufig mit Hexen und Teufeln in Verbindung gebracht, starker Geruch, die sprichwörtliche "Kapriziösität" der Ziegen, stark ausgeprägte Geschlechtslust der Böcke et cetera.

Während die Römer noch großen Wert auf Milch resp. Wolle legten, gab es im Mittelalter eine Nutzungsänderung: Während vom 7. bis 11. Jahrhundert Wolle, Milch und Fleisch in einem ausgewogenen Verhältnis genutzt wurden, stieg später die Bedeutung des Schafes als Fleischlieferant an. Das Schlachtalter lag bei zwei bis drei Jahren. In Gegenden, in denen vermehrt auch Milch und Wolle genutzt wurden, lag das Alter der Tiere etwas höher. Jungtiere wurden meist zum sofortigen Verbrauch geschlachtet, Reduktion überzähliger Tiere, das Fleisch von älteren Tieren eignete sich eher zum Trocken und Räuchern, "Vorratshaltung". Schafe lieferten nicht nur Wolle, Fleisch und Milch, sondern auch Häute, Felle, Därme und Dünger. Die großen Schafherden der Zisterzienserklöster dienten beispielsweise vor allem der Herstellung von Wolle und Pergament.

Mittelalterliche Ziegenrassen entsprachen in etwa dem Bild unserer heutigen weißen und bunten Edelziege, wobei auf Abbildungen meist weiße Ziegen dargestellt werden. Die Walliser Schwarzhalsziege gehört ebenfalls zu den alten Rassen. Alte, schon im Mittelalter vorkommende Schafrassen sind das heute ausgestorbene Zaupelschaf, die Heidschnucken, das Zackelschaf und das Soayschaf, wobei wohl immer noch umstritten ist, ob und welche Schafrassen auf das wildlebende europäische Mufflon zurückgehen. Die Skudde ist mindestens seit der Besiedlung des Baltikums durch den Deutschen Orden bekannt, einige Autoren halten sie auch für das "Schaf der Wikinger". Das Merino Schaf ist ebenfalls eine sehr alte Rasse, es leitet sich von dem Berberstamm der Beri Merines her, die im 12. Jahrhundert von Nordafrika nach Spanien kamen und die Vorfahren der Merinos mit sich brachten. Auf Abbildungen finden sich meist rein weiße, graue oder schwarze, selten schwarz gefleckte Tiere. Es gab behornte und unbehornte Landschläge, selten sogar vierhornige Tiere, dies scheint regional zu variieren.

 

Geflügel

Es wurden Hühner, Gänse, Enten und Tauben gehalten. Bei Gänsen und Enten ist die Unterscheidung von Hausformen und Wildformen schwierig. Enten wurden aber wohl seltener gehalten als Gänse. Huhn und Gans scheint in der Haltung die gleiche Bedeutung zu zukommen. Das Huhn wurde im 3. Jahrtausend vor Christus in Asien domestiziert und erreichte Mitteleuropa in der Hallstattzeit. Die Gans wurde im 3. Jahrtausend vor Christus in Ägypten domestiziert, für Südeuropa und Mitteleuropa werden eigene Domestikationszentren angenommen. Die Hühnerhaltung gewann im Mittelalter seit einem Rückgang während der Völkerwanderungszeit immer mehr an Bedeutung. Der Anteil von Hühnerknochen liegt bei Grabungen in Burgen zwischen 5 und 10 Prozent. Neben dem Fleisch wurden Hühner vor allem auch zur Eierproduktion gehalten. Hühner und Gänse wurden extensiv aufgezogen, wobei für die Gänsehaltung auch ein kleiner Weiher oder Teich benötigt wurde. Sie waren kleiner als rezente Rassen und schlankwüchsig.

Die von den Römern eingeführten Haustauben waren ebenfalls recht häufig. Aus Mitteleuropa sind Abbildungen von Haustauben seit dem 15. Jahrhundert bekannt, in Knochenfunden können sie aber auch schon sehr viel früher nachgewiesen werden, wobei die Unterscheidung von Haustaubenknochen und Wildtaubenknochen schwierig ist. Taubenfleisch stellte eine willkommene Abwechslung als Speise der Burgbewohner dar. Ihre Haltung war recht unproblematisch, da sie sich selbst ihr Futter suchen. Meist wurden sie in sogenannten Taubenhäusern gehalten.

Fasane, aus Asien stammend, in Europa eingeführt durch die Griechen und verstärkt durch die Römer, und Rebhühner, die ja eigentlich zum Wildgeflügel zählen, wurden im Mittelalter auch in Gehegen gehalten, entweder nur für die eigene Tafel oder zum Aussetzen für die Jagdgesellschaft. Pfauen, ebenfalls schon in der Antike aus Asien nach Europa eingeführt, wurden gleichermaßen als Haustiere an Fürstenhöfen gehalten, der Genuss von Pfauenfleisch war nur besonders hohen sozialen Rängen vorbehalten, bei Banketten war der Pfau ein Symbol von Treuegelübden.

 

Hund

Der Hund ist das älteste domestizierte Haustier, in Mitteleuropa wurde er etwa um 12.000 vor Christus domestiziert. Eine Rassebestimmung anhand osteologischer Funde ist schwierig, die Knochenfunde deuten auf Hunde hin, die den rezenten Bracken und Laufhunden entsprechen. Sie gehen wahrscheinlich auf den europäischen Urhund, den sogenannten Torfspitz, zurück.

Die verschiedenen Schläge und Typen wurden früher für bestimmte Zwecke gezüchtet. Es kam weniger auf Äußerlichkeiten an, als auf praktische Eigenschaften, wie zum Beispiel Stöberhunde, Vorstehhunde, Treibhunde oder Hofhunde und Hirtenhunde. Oft wurden Tiere verschiedener Typen gekreuzt, um einen neuen Wesenszug zu gewinnen. Eine gewisse Rassezucht wurde im Mittelalter auf den Adelshöfen an den Jagdhunden betrieben. Es traten die ersten spezialisierten Jagdhunde auf, wie die Schweißhunde zum Aufspüren des Wildes, die Laufhunde zum Stellen der Hirsche, die Windhunde zu deren Verfolgung, die Doggen zum Erledigen der "Büffel", eigentlich gehören die Wisente zur Familie der Bisons, und der Bären, Wolfshunde für die Wolfshatz, zum Beispiel der irische Wolfshund. Kleine Hunde wurden zum Eindringen in Fuchsbauten und Höhlen von Wildkaninchen verwendet, aus Knochenfunden kann auch auf das Vorkommen kleinerer terrierähnlicher "Rattenbeißer" und dackelähnlicher Hunde geschlossen werden. Im Hochmittelalter und Spätmittelalter spielten Hunde eine wichtige Rolle in der "Müllbeseitigung" in den Städten.

 

Mittelalterliche Hunderassen

Die Vorfahren der heutigen Schweizer Sennenhunde sind mit den Römern über die Alpen gekommen; sie hüteten und trieben das Vieh, bewachten die Häuser und zogen oder trugen Lasten. Die heutigen Bluthunde stammen von den schwarzen St. Hubertus Hunden ab, die in einem Ardennenkloster gezüchtet wurden. Vermutlich wurden sie von den Normannen nach England gebracht.

Bracken, Laufhunde: sie gelten als die ursprünglichen Jagdhunde und wurden früher Wildbodenhunde genannt. Der Name Bracke soll sich von "brachio" ableiten, was Sohn des Bären heißt. So hieß ein Mann aus Thüringen, der Schwarzwildjäger des Herzogs Sigivald in der Auvergne war und sich später als Abt eines Klosters in Puy de Dome eine Meute guter Laufhunde hielt. Nach seinem Tode wurde er Namensgeber dieser Rasse. Rezente ähnliche Rassen sind die Tiroler Bracke, ihre Zuchtgeschichte ist über 500 Jahre nachweisbar, der bayrische Gebirgsschweisshund und die deutsche Bracke. Die Dachshunde, "Dackel", gehören zu den kurzläufigen Bracken. Der Ogar Polski, oder auch polnische Bracke, wird bereits im 14. Jahrhundert erwähnt, diese Hunde sollen wie die Bluthunde auf die St. Hubertus Hunde zurückgehen. Abbildungen von gefleckten und einfarbigen "hellen" Bracken finden sich im Codex Manesse.

Hütehunde: Zu Beginn des Mittelalters wurden in Deutschland zur Hütearbeit Hunde eingesetzt, die auf den Torfspitz zurückgehen. Rezente Vertreter sind die sogenannten roten Kuhhunde, Westerländer, Siegerländer und Harzer Fuchs. Weitere alte Hüterassen: Pyrenäenberghund, Picard, Kuvasz,Puli, polnischer Niederungshütehund, britische Collies, Corgies, sollen von keltischen Hunden abstammen.

Schoßhunde: Malteser, Griffons. Im Codex Manesse finden sich mehrere Abbildungen von Damen mit weißen Schoßhunden, evtl. Malteser, und eine eines schwarz-weiß-gefleckten Hündchens.

Kampfhunde: Doggen, die römischen Molosser entsprachen vom Aussehen her den heutigen Doggen, Mastiffs, vom germanischen mast teve, welches "großer schwerer Hund" heißt, sie gehen auf breitmäulige britische Hunderassen zurück..

Windhunde, Hetzhunde: Deerhound, Irischer Wolfshund, Greyhound. Im Codex Manesse finden sich schwarze, weiße und gefleckte Windhunde, die zur Hetzjagd auf den Hirsch bzw. zur Hasenjagd eingesetzt werden.

 

Katze

Im Fundgut von Siedlungen des frühen Mittelalters sind Katzenknochen selten vertreten. Erst im ausgehenden Mittelalter werden sie häufiger. Dies ist anscheinend mit der Ausbreitung von Kleinsäugerarten vergesellschaftet, die sich dem Menschen besonders eng anschlossen: der Wanderratte, der Hausratte und der Hausmaus.

Mit der Zunahme dieser Vorratsschädlinge ergab sich die Notwendigkeit ihrer Bekämpfung, deshalb sorgte man für die weitere Ausbreitung und Vermehrung der Hauskatze, besonders in großen Städten. Es gab sogar ein Gesetz, das das Mitführen von Katzen auf Schiffen zur Vertilgung von Ratten zur Pflicht auferlegte.

Die mittelalterliche Katze war kleiner und zierlicher als rezente Rassen, wahrscheinlich als Ausdruck schlechter Ernährung. Katzen erreichten selten ein Lebensalter über zwei Jahre. Trotz ihrer anerkannten Bedeutung in der Schädlingsbekämpfung wurden Katzen vor allem in Großstädten wegen ihrer "abergläubischer Belastung", schwarzer Kater, Hexenbegleiter, Tier des Satans et cetera, und auch wegen ihres Felles und Fleisches getötet, "Dachhase" des kleinen Mannes. Außerdem fanden zahlreiche Bestandteile des Katzenkörpers Anwendung in der Medizin, wie zum Beispiel Katzenfell.

 

Vögel (als Haustiere)

In allerlei Literatur lassen sich "Vöglein" als Haustiere nachweisen, zum Beispiel Sperber, Star, Sittich (Papagei), Spatz.

 

Kaninchen

Das Hauskaninchen stammt vom Wildkaninchen ab, das ursprünglich in Mitteleuropa nicht vorkam. Die Römer hielten Kaninchen wegen ihres Fleisches in Gehegen, Leporarien, und brachten sie in die von ihnen besetzen Gebiete. Diese Art der Haltung war später in Frankreich und England ebenfalls üblich, sie diente bevorzugt dem Jagdvergnügen. Nach Deutschland kamen die ersten Wildkaninchen um das Jahr 1300, und zwar wurden sie auf der Insel Amrum ausgesetzt. Über die Gehegehaltung wurde im Mittelalter die eigentliche Domestikation vollzogen, und zwar zunächst in Frankreich. Hauskaninchen wurden in Deutschland ab der Mitte des 12. Jahrhunderts gehalten, also noch vor der Wildform. Die Haltung erfolgte zunächst noch sehr extensiv in Gehegen.

 

Eichhörnchen

Eichhörnchen wurden gezähmt und in der höfischen Gesellschaft als Spieltier für Damen gehalten.

 

Bienen

Bienenschwärme gab es in den Wäldern seit eh und je. Honig war als Süßmittel sehr begehrt. Bienenwachs wurde zur Kerzenherstellung und in der Medizin gebraucht. Was war einfacher, als ein Stück Baumstamm auszuhöhlen, auf diese Art und Weise das Bienenversteck für ein schwärmendes "Zeidelbärenvolk" nachzuahmen und diesen Klotz, den ältesten mittelalterlichen Bienenkorb, mitsamt dem Schwarm Waldbienen in die Nähe seines Bauernhauses zu tragen. Auf Abbildungen erkennt man auch verschalte, aus Stroh geflochtene Bienenkörbe. Im 15. Jahrhundert findet sich eine vergleichsweise reiche Imkerliteratur.

 

Fische

In Grabungen sind die Überreste von Fischknochen resp. Fischschuppen meist zu einem geringen Prozentsatz vertreten. Dieser Anteil wird aber der tatsächlichen Bedeutung des Fisches als Nahrungsmittel nicht gerecht, da die Fischknochen einem viel größerem Schwund unterliegen als die Knochen der Säugetiere.

Die Süßwasserfische spielten im Mittelalter eine weitaus größere Rolle als heutzutage. Fisch spielte als Fastenspeise eine große Rolle. Die noch nicht verschmutzten Gewässer beherbergten reiche Fischbestände. In größeren natürlichen Seen und Flüssen wurde der Fischfang mit Hilfe von Schiffen betrieben, es wurde aber auch von den Ufern aus mit Angeln, Reusen und Netzen gefischt. Außerdem wurden kleinere Teiche zum Zwecke der Fischhaltung angelegt, auch in zur Verteidigung angelegten Wassergräben wurden Fische gehalten.

Aus Grabungsfunden und mittelalterlichen Schriften können folgende Arten belegt werden: Renken, Saiblinge, Seeforellen, Brachsen, Aitel, Schleien, Schiede, Lauben, Barsche wie Kaulbarsche, Schrätzer, Hasel, Koppen, Quappen "Rute", Grundeln, Elritzen, Waller "Welse", Hechte, Flussaale, Karpfen, Gründlinge, Rotaugen, Neunaugen. Lachse wurden ebenfalls aus den großen Flüssen gefischt, die Bestände nahmen jedoch gegen Ende des Mittelalters immer mehr ab, so dass Lachs von der "Speise des armen Mannes" zu einem teuren Luxusprodukt wurde, das zum Teil auch aus Schottland und Irland importiert wurde. Meeresfische wurden in Küstengegenden ebenfalls frisch gefangen, ins Inland wurden sie hauptsächlich in haltbarer Form, also gepökelt, getrocknet, geräuchert, transportiert. Häufige Arten: Lachs, Rochen, Hering, Scholle, Knurrhahn, Merlan, Kabeljau, Makrelen.

 

Bestiarien und Kuriositäten

Bestiarien waren Bücher, in denen Tieren bestimmte Eigenschaften zugewiesen wurden, die man in Beziehung zu den bekanntesten biblischen Gestalten und typischen menschlichen Verhaltensweisen setzte. Die Bestiarien des Mittelalters basieren auf religiösallegorischen Traktaten über Tiere wie den "Physiologos", ein Buch mit Naturbeschreibungen, das wahrscheinlich im 2. Jahrhundert in Alexandria entstand. Der Physiologus wurde im 4. Jahrhundert vom Griechischen ins Lateinische übersetzt und erfuhr zahlreiche Bearbeitungen. Der heilige Isidor, Bischof von Sevilla, erweiterte es im 7. Jahrhundert, indem er den 74 Geschöpfen der Handschrift fünf weitere Tiere und ein Fabelwesen hinzufügte: Wolf, Steinbock, Hund, Krokodil, Eule und Drachen. Die Bestiarien gehörten zu den beliebtesten Büchern im mittelalterlichen Europa und wurden auch als Lehrbuch benutzt. Die erste deutsche Fassung entstand im Kloster Hirsau im 11. Jahrhundert Weitere bedeutende Bestiarien stammen von Philipp von Thaon und Guillaume le Clerc.

 

In den Bestiarien werden auch zahlreiche Fabelwesen beschrieben, zum Beispiel das Einhorn der Basislisk oder der Phönix. Die Beschreibungen der Tiere und ihrer Eigenschaften sind sehr interessant. So wird beispielsweise beschrieben, dass Bären ihre Jungen durch das Maul gebären, indem sie rote Fleischmassen erbrechen, aus denen sie dann durch Belecken ihre Jungen "formen". Vom Biber wird berichtet, der hauptsächlich wegen des "Bibergeils" verfolgt wurde, dass er, wenn er bejagt wird, seine Hoden abbeißt, um der Nachstellung zu entgehen. Wird er danach noch ein zweites Mal bejagt, so präsentiert er den Jägern seine "nackte" Unterseite und signalisiert so, dass die Bejagung sinnlos ist.

 

Die Haltung und Zurschaustellung von exotischen Wildtieren in besonderen Gehegen, die als Menagerien bezeichnet wurden, diente Repräsentationszwecken und war an den europäischen Fürstenhöfen sehr beliebt. Friedrich II. führte neben seinen wertvollen Pferden, Jagdhunde und Greifvögeln auch allerhand exotische Tiere in seinem Hofstaat stets mit sich. Kostbare Tiere, exotische Tiere, besonders wertvolle Jagdtiere oder Zuchttiere, wurden häufig als besondere Gunstbezeugung oder als Prunkgeschenke vergeben.

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